Eigentlich wollten wir mit den Jungs in ein Kindertheater in Darmstadt. “Das Sams” soll dort laufen und es sah vielversprechend aus. Wie zu erwarten stapelten sich die Apfel-Tee Familien, Die “Jack Wolfskin” Männer mit ihren selbstgefilzten Damen.
Salzstangen und Apfelschnitzen in Tigerentenplastikdosen.
Eigentlich war ich ganz froh, dass es ausverkauft war. Die Jungs ein bissel die Schnute gezogen, aber ein wenig Fußball auf dem Parkplatz half darüber hinweg. Die “Jack Wolfskin” Männer beobachteten derweil scharf ihre schwarzen Audis.
Na gut, fahren wir in das nahe gelegene Eisenbahnmuseum. Die Navi bot das auch direkt an und raus kamen wir in Ost-Berlin. Also optisch. Das Bahnmuseum, ein Schrottplatz und drumherum scheinbar recycelte Plattenbauten.
Lila Plastikjackenfrauen mit Nordic-Walking Stöcken, Kettenraucher mit hässlichen Hunden. Schlaglöcher und Tristesse so weit man sah. In der Ferne ein paar Möbelmärkte in gelb und rot, dazwischen Schrottplätze und Brombeersträucher.
Ich mag solche Landschaften ja gerne, es hat sowas von “Fallout” und “postapokalyptischem Design” aber ich hätte das nicht in Darmstadt erwartet. Nicht das Darmstadt, das ich kenne, das sich immer nur auf ihr Jugendstilgeraffel beruft. Das Paralleldarmstadt hinter der Zeitleiste.
Wir zerschlugen den Plan mit dem Museum, mussten den Jungs aber was bieten. Wir entschlossen uns zum nahen Flugplatz nach Frankfurt Main Main zu fahren.
Je länger man sich dort aufhält, desto mehr geht der Flugplatz kaputt. Verlassene, mit tanzendem Herbstlaub gefüllte Parkhäuser. Hier geht ein Lift nicht und dort ein Rolltreppe, diese Anzeige geht nicht und dort die elektronische Tür, alles irgendwie marode und den Charme der 90er Jahre.
Später fiel sogar die Skyline Bahn (die die Terminals verbindet) aus, dann die Flüge und die Bundesbahn! Der Tiefausläufer “Xynthia” machte so ziemlich alles platt, was ihm in den Weg kam. Selbst der Bahnhof im Flugplatz ist geplatzt, irgendwie.
Die Fahrt über die Autobahn nach Hause war eher kreuzen gegen den Wind und jede Abfahrt war mit meinem “Lieferwagen” eher eine Halse.
Es war trotzdem spaßig ein Sonntag in “Endzeit World” zu erleben
Kranichstein im Spätwinter is’ aber auch ein fieses Motiv. Darmstadt hat ja Schokoladenseiten (nur im Sommer)…
Ich war mal zwei Monate in Griesheim. Darmstadt blieb mir in Erinnerung mit der seltsamen betonhaften City. die Mathildenhöhe war noch total verwuchert und deswegen schön, (ist sicher anders mittlerweile, leider). Dann das Café Chaos und das Landesmuseum mit seiner Beuys Ausstellung, das ist aber auc hgeschlossen bis 2011!
Das wäre auch ein Plan gewesen, aber es gab nichts was man so aus dem Ärmel hätte schütteln können. Das Telefoninternetz gab nichts her.
Dann noch das aufziehende Wetter zur Kulisse. Jede statt hat solche Ecken, das ist klar. Manche stehen dazu und manche verstecken das gerne hinter irgendwas. Das finde ich dann wirklich schäbig.
Das Eisenbahnmuseum habe ich auch in ziemlich trister Erinnerung. Mathildenhöhe macht im Winter auch nicht so rasend viel her, und die Museen da oben sind für Kids nicht so der Knüller. Schwierig, immer das richtige zu treffen. Wir waren am WE im Landschaftspark Nord in Duisburg, wo man in einem stillgelegten Stahlwerk rumstiefeln kann. Wir Erwachsenen fandens klasse, aber Töchterlein fands doof. Tja…
Hallo mark, das ist schön, dass Du hier auftauchst. Ich mag Darmstadt, schon irgendwie, ist alles da und so. Die sollten nur dieses ewige Jugendstilgedöns ein wenig runterschrauben. Das glaubt man der Stadt ja nicht wirklich. Ich bin ein großer Freund des Jugendstils und Art Deco aber Darmstadt verbinde ich nicht wirklich damit. (Oh, eben wurde mir ein kalter Feierabend-Obstler gereicht)
Stahlwerk das ist fein und ich muss unbedingt mal in die Völklinger Hütte. Das sieht sehr gut aus. Duisburg ist mir einfach eine Ecke zu weit. Gibt es nicht da noch ein “Grubenpark” in Oberhausen? Das sieht ja auch spitze aus.
Also ich wollte auf keinen Fall Darmstadt schlecht machen. Eine Stadt die “die Krone” und Äppelwoi hat, kann nicht verkehrt sein.
Ich fand Darmstadt auch nicht soo schlecht, immerhin hab ich zwei Jahre in der Ecke gewohnt. Und es braucht halt immer bisschen Zeit, bis man die schönen Ecken (also auch jenseits der Mathildenhöhe) ausbaldowert hat. Was der Stadt definitv fehlt ist ein ordentlicher Fluss. Das Fehlen eines fließenden Gewässers finde ich dem Flair schon irgendwie abträglich.
In Oberhausen kannte ich bislang nur das Gasometer. Habe aber den festen Vorsatz, den Pott im Rahmen von Kulturhauptstadt 2010 mehr zu erkunden. Von Zeche Zollverein und so Sachen sieht man ja auch bei mks immer wieder tolle Bilder.
wir redeten schon mal darüber. Wenn man am Fluß geboren wurde und man ist in einer Stadt ohne Gewässer, man fühlt sich immer wie Wüste. Wie “Da muss doch noch was kommen, eine Brücke oder so?” Eine Stadt ohne Fluß ist für mich nicht so richtig.
Aber LU und MA und eigentlich sehr viele Städte haben ihre Flüsse ja auch Jahrzehnte ausgegrenzt. Das war aber auch gut, man hatte dort seine Ruhe mit den Kumpels und Skateboards und Fahrrad und Fussball und knutschen und saufen und Scheiben einwerfen, was man da so macht wenn man noch viel jünger ist.
Ich habe 15 Jahre in DA gewohnt – die Stadt ist auf angenehme Art etwas verschnarcht. Aber genau das, machte es für mich aus. Wenn man mehr haben will, Frankfurt, Wiesbaden, Mainz, Heidelberg und Mannheim sind ja schnell erreichbar. Und jetzt? Sitze ich im Wald. Im Odenwald, seufz.
Das Café Chaos hat sich seit 1989 (evtl. sogar noch länger, aber da war ich das erste Mal drin) nicht verändert – kein Witz.
@rollinger: Das stimmt, erst nach und nach kommt die Stadtentwicklung auf den Trichter, dass Wasser eben mehr ist als nur potentielles Hochwasser. Der Verbindungskanal im Jungbusch hat da durchaus Modellcharakter, und in LU wird ja gleich ein ganzes Shoppingcenter aus dem Uferschlick hochgezogen (oder ist das schon fertig?). Ich hatte voriges Jahr mal einen der großen Mannheimer Immobilienfuzzis interviewt, der meinte, Wohnen am Wasser wird in den nächsten Jahren ein Riesenthema im Delta.
Danke flickr, das Du meine Bilder ausblendest.
Häh?!? Wie kommt das denn? Spinnen die jetzt nur noch?
Die weißen drauf hin, dass bei mehr als 200 Fotos sie die alten dann ausblenden. Ich sollte das rein über Picasa oder Ipernity machen, nur gibts da so wenige tools für, mal sehen. Ich werde das umstricken müssen. Blödmänner mit ihrem verkackt schlechten flickr.
Ach wusste ich gar nicht. Na toll. Was sind den schon 200 bilder! Bei ipernity gibt es diese einschraenkung nicht? Dann wuerde ich die mal probieren. Da gibt es auch ein schoenes upload-android-app.
Äh ich bin bei ipernity, und seit Jahren begeistert, meine chten Fotos habe ich auf Ipernity laufen. Nur leider kann man ipernity nicht per ifttt.com ansteuern.
Auf meiner Page rechts diese animierten Bilder sind die ipernity Bilder und auch sonst, wenn ich was verlinke ist das über ipernity.
BTW ich kommentierte gestern was auf Deiner Page und bekam immer wieder die Meldung “Service not available”. Gruß Rolli