Nachdem die Latte machiattosierung unaufhaltsam voranschreitet, musste ich was tun. Selbsternannte Gourmets finden die heimische Küche prinzipiell doof, gehen gerne in Fast Food Restaurants. Sie preisen selbst heute noch Bioleks Olivenöltraum und haben aus den Dschungel Camp Dialogen das Wort “Balsamicoreduktion” erhascht. Rauke ist jetzt Rucola und aus jedem Fetzen altes Kaninchenstallbrot ist ein Crouton geworden. Selbst der gute alte preiswerte Kabeljau ist zum wertigen Seelachs mutiert. Gutes Essen muss nicht teuer sein. Es muss mit Liebe gemacht sein. Feiner Wurstebrote mit einer Gurke und Senf sind hundert mal besser als lieblos vermatschte Nudeln mit Tütensauce und “1 Kg Fleisch für 2 Euro”.
Ich bin ein Freund einfacher Küche. Nicht umsonst wandere ich gerne durch die Wälder und freue mich auf eine Hütte mit deftiger Hausmannskost und einem Schoppen Wein. Ich will damit sagen, ich gebe lieber 10 Euro für 5 frische Sardinen aus als für 10 Gramm Kaviar. Geschmacklich sowieso. Ein richtig tolles Essen ist mir aber kein Fremdwort.
Diese unzähligen Kochshows sind an Peinlichkeit und hochgejazze kaum mehr zu überbieten. Es muss linumer Kalb sein, drunter geht es nicht.
Ich bin kein Fan von Kochbücher. Es ist eine Inspiration und kann einem sehr viel helfen kochen zu erlernen. Kochen nach Kochbuch ist aber wie “Malen nach Zahlen”. Ich glaube die besten Gerichte habe ich nach der Methode “Was ist in der Speisekammer und was kann man daraus machen?” gemacht…erfunden. Das eine Zwiebel, eine Tomate und 5 Scheiben Salami durchaus eine gute Sauce abgeben, sollte jedem klar sein. Tüte ist bei mir nicht. Seltsamerweise findet man viel über das Kochen heraus, wenn man wenig Geld hat. Not macht erfinderisch und sparsam.
Auf der “Kantine” will ich und ein paar geladene Freunde ihre Erlebnisse rund ums Thema Essen zeigen. Es soll die ganze Bandbreite abdecken. Von der Büchse Ravioli über Boeuf Stroganov bis hin zum 4 Sterne Menü kann alles dabei sein. Videos, nette Trinkgelage, Küchenmaschine und auch mal die Lieblingspommesbude. Nette Ideen und auch Grundkurse über Wein, Bier und “wie schäle ich eigentlich Kartoffeln?” dürfen nicht fehlen.
An die Töpfe, es geht los.

